|
Geschrieben von: Supervisor
|
|
Donnerstag, den 02. September 2010 um 07:07 Uhr |
|
Mit dem „Schmutzige Dunschdig“ steuert die Haslacher Fasent auf einen weiteren Höhepunkt in der Haslacher Fasent zu. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts begann die eigentliche Fasent in Haslach am „Schmutzige Dunschdig“ . An diesem Tage wurden die „Fasentküchle“ in Fett, in Schmalz (bei alten Haslachern noch heute „Schmutz“ genannt) gebacken. Sie haben dem „Schmutzigen Donnerstag“ seinen Namen gegeben.
Frühmorgens um sechs Uhr formiert sich der große Hemglunkerumzug vor der Narrenburg „Kanone“ und zieht dann durch die verträumten Straßen und Gassen Haslachs. Wie in vielen anderen Narrenorten ist dieser alte Brauch vor allem Sache der Jugend und aller jugendlich gebliebenen Älteren. Im weißen Nachthemd, mit weißer Schlafmütze und einem roten Halstuch, das von einer Holzbrezel gehalten wird, zieht Haslachs Jugend unter Führung des Oberhemdglunkers durch die Staßen und bringt der noch schlafenden Bevölkerung mit allerlei Lärminstrumenten eine zünftige „Katzenmusik“ dar. Zur Beleuchtung tragen die Hemdglunker mit Vorliebe alte Laternen. Der Oberhemdglunker ruft bei diesem Umzug mehrmals den alten Haslacher Narrenspruch: „Mir sueche an de Fasent, Wo sinn ihr denn, ihr Lütt?“. Kaum aber ist der morgendliche Spuk vorbei, trifft man sich im Gasthaus „Kanone“ wo die Narren in den Genuss einer Erbsensuppe kommen. Im Laufe des Vormittags wird dann die Herrschaft der Narren – noch sind es in der Hauptsache die Hemdglunker – immer mehr ausgeweitet, die Kindergärten werden besucht und die Schulen gestürmt. Eine besondere dankbare Aufgabe erwartet die Narren im Kindergarten: dort gilt es, gemeinsam mit den Kindern und dem Personal Fasent zu feiern. Wer einmal die Atmosphäre im Kindergarten erlebt hat, der wird zufrieden feststellen, dass es um den Narrennachwuchs in Haslach nicht schlecht bestellt ist.
Pünktlich um 11.11 Uhr ist das Rathaus das nächste Ziel der Narren, gilt es doch, dort den sonst üblichen Betrieb lahmzulegen und dem Bürgermeister die Aufwartung zu machen. Bei diesem närrischen Empfang sind alle Gruppen der Zunft vertreten, nicht selten erwarten die Narren Überraschungen besonderer Art. Es folgen die Ansprache des Zunftmeisters und die Übergabe des Rathausschlüssels an den Zunftmeister durch den Haslacher Bürgermeister. Von nun an haben die Narren während der Fasentzeit das Regiment im Städle.
Am Nachmittag veranstaltet die Narrenzunft einen großen Kinderumzug durch die Straßen der Stadt. Beim Kinderumzug mit dabei sind die Einzelfiguren und die wiedererstandene „Klepperlesgarde“. Schon wochenlang vorher üben die Buben und Mädchen Haslachs auf ihren „Klepperle“. Diese bestehen aus zwei Stückchen Holz, die eine Einkerbung für die Finger haben. Nach Art der Castagnetten wird mit diesen Holzstückchen gekleppert. Beim alljährlichen „Klepperleswettbewerb“ am „Schmutzige Dunschdig“ in der Stadthalle ist es der Wunsch eines jeden Haslacher Kindes, doch einmal aus diesem Wettbewerb als „Klepperleskönig oder – königin“ hervorzugehen.
|
|
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. November 2010 um 12:00 Uhr |